Eine neue Welle von Entlassungen in der Krypto-Branche Anfang 2026 macht deutlich, dass zwei zentrale Narrative den Markt prägen: makroökonomischer Gegenwind und die zunehmende Transformation durch künstliche Intelligenz (KI).
Zahlreiche Krypto-Unternehmen bauen Stellen ab
In den letzten Wochen haben mehrere bekannte Unternehmen Personal reduziert, darunter Algorand, Gemini, Block, Crypto.com, OP Labs, PIP Labs und Messari. Die Gründe reichen von schwachen Token-Preisen bis hin zur Integration von KI-Technologien.
Besonders auffällig: Der Datenanbieter Messari hat seit 2023 bereits drei Entlassungsrunden durchgeführt und ist von einem Ziel von 1.000 Analysten auf aktuell rund 140 Mitarbeiter geschrumpft.
Algorand und andere Firmen reagieren auf Marktdruck
Die Algorand Foundation hat rund 25 % ihrer Belegschaft abgebaut und verweist auf ein unsicheres globales wirtschaftliches Umfeld sowie den allgemeinen Abschwung im Kryptomarkt.
Auch andere Unternehmen folgten:
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Gemini kündigte im Februar den Abbau von etwa 200 Stellen an (rund 25–30 % der Belegschaft)
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Crypto.com reduzierte rund 12 % seiner Arbeitsplätze (ca. 180 Stellen)
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OP Labs strich etwa 20 Jobs
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PIP Labs entließ rund 10 % seiner Mitarbeiter
Künstliche Intelligenz als Treiber für Effizienz
Viele Unternehmen sehen KI als zentralen Faktor für ihre Neuausrichtung. Automatisierung und effizientere Prozesse führen dazu, dass weniger Personal benötigt wird.
Einige Firmen betonen offen die strategische Bedeutung:
Der Einsatz von KI werde zunehmend unverzichtbar und sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit in der Branche.
Sind KI oder Marktbedingungen der Hauptgrund?
Während einige Unternehmen den Fokus auf KI legen, sehen Branchenexperten die Hauptursache eher im schwachen Marktumfeld.
Sinkende Token-Preise, geringere Nachfrage und strukturelle Veränderungen im Kryptosektor zwingen Unternehmen zu Einsparungen. Gleichzeitig schrumpfen ganze Segmente wie Layer-2-Projekte, DePIN oder Restaking deutlich.
Konsolidierung in der Krypto-Industrie
Zusätzlich verstärkt eine zunehmende Marktkonsolidierung den Druck:
Fusionen und Übernahmen (M&A) führen häufig zu doppelten Rollen, wodurch weitere Stellen überflüssig werden.
Experten sprechen daher eher von einer klassischen Marktbereinigung als von einer reinen KI-bedingten Disruption.
Rückgang bei neuen Krypto-Jobs
Auch der Arbeitsmarkt zeigt klare Schwäche:
Neue Stellenanzeigen im Kryptobereich sind stark zurückgegangen – im Januar lag die Zahl bei nur etwa 6,5 neuen Jobs pro Tag, rund 80 % weniger als im Vorjahr.
Fazit: Strukturwandel statt kurzfristiger Trend
Allein die genannten Unternehmen haben innerhalb weniger Wochen rund 450 Jobs gestrichen. Beobachter gehen davon aus, dass dies nur ein Teil einer größeren Entwicklung ist.
Ähnlich wie im Krypto-Winter 2022, als über 26.000 Stellen verloren gingen, könnte sich das volle Ausmaß der aktuellen Entlassungswelle erst mit der Zeit zeigen.
Die Branche steht damit vor einem tiefgreifenden Wandel, in dem wirtschaftlicher Druck und technologische Innovation gleichzeitig wirken.
