SpaceX IPO 2026: Kommt der Börsengang endlich?

Wer in den letzten fünf Jahren auch nur gelegentlich Börsennachrichten verfolgt hat, kennt diese Schlagzeile in all ihren Variationen: „SpaceX IPO: Kommt der Börsengang bald?“ Und fast immer folgte dasselbe Muster — vage Andeutungen, ein paar Analystenkommentare, dann Stille.

Heute, am 12. Juni 2026, hat diese Frage endlich eine Antwort.

Ja. Der SpaceX-Börsengang ist real. Er ist passiert. Die Aktie handelt unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar. Die Bewertung: 1,75 Billionen Dollar. Der erste Kurs: 150 Dollar. Das Intraday-Hoch: 176,52 Dollar.

Für alle, die jahrelang gewartet haben — und für alle, die jetzt zum ersten Mal ernsthaft hinschauen — erzählt dieser Artikel die vollständige Geschichte. Von den Anfängen, über die Jahre des Wartens, bis zu der Frage, die jetzt wirklich wichtig ist: Was bedeutet das für mich als Anleger?

2002 bis 2024: Das teuerste Privatunternehmen der Welt, das niemand kaufen konnte

SpaceX wurde 2002 gegründet — von einem Mann, der zu diesem Zeitpunkt frisch aus dem Dotcom-Boom herausgekommen war und beschlossen hatte, sein PayPal-Vermögen in Raketen zu investieren. Die meisten hielten das für einen teuren Irrtum.

Sie sollten sich irren. Aber es dauerte, bis das sichtbar wurde.

Zwei der ersten drei Falcon-1-Raketen explodierten. 2008 stand SpaceX kurz vor der Insolvenz. Musk steckte seinen letzten verfügbaren Kapitalbetrag in das Unternehmen. Der vierte Startversuch von Falcon 1 gelang. Das war der Wendepunkt.

Was danach folgte, ist die Geschichte eines Unternehmens, das in einer einzigen Dekade mehr technologische Durchbrüche erzielte als die gesamte staatliche Raumfahrtindustrie in drei Jahrzehnten davor: Wiederverwendbare Raketenstufen. Die günstigsten Startkosten der Welt. Ein globales Satellitennetz aus dem Stand. Regierungsverträge in Milliardenhöhe.

Und all das — ohne einen einzigen Cent von der Börse.

SpaceX blieb absichtlich privat. Und wurde trotzdem immer wertvoller.

Die Bewertungs-Chronologie:

  • Januar 2023: 137 Milliarden Dollar (nach einer primären Finanzierungsrunde über 750 Millionen Dollar)
  • Juni 2024: 210 Milliarden Dollar — innerhalb von 18 Monaten um mehr als die Hälfte gestiegen
  • Dezember 2024: 350 Milliarden Dollar — durch einen Sekundäraktienverkauf zu 185 Dollar je Aktie, inklusive eines seltenen Aktienrückkaufs von 500 Millionen Dollar durch das Unternehmen selbst
  • Mai 2026 (IPO-Prospekt): 1,75 Billionen Dollar — eine Bewertung, die das Fünffache des Dezember-2024-Werts beträgt

In weniger als drei Jahren hat sich die Bewertung von SpaceX mehr als verzehnfacht. Das sagt etwas über das Unternehmen — aber auch über das Kapitalmarktumfeld, in dem dieser Börsengang stattfindet.

Warum Musk so lange gezögert hat — und warum das rational war

Die Frage, warum SpaceX so lange privat blieb, ist wichtiger als sie scheint. Denn die Antwort offenbart die strategische Logik hinter dem Unternehmen.

Elon Musk hat die Gründe über Jahre hinweg in Interviews und auf der Plattform X klar kommuniziert. Der Kerngedanke: Börsennotierte Unternehmen werden kurzfristig gemessen. Quartalsergebnisse. Analystenerwartungen. Kursentwicklungen, die Boni und Stimmungen bestimmen.

SpaceX braucht das Gegenteil davon. Die Mission — Menschheit interplanetarisch machen, Kosten für Weltraumzugang drastisch senken, Mars besiedeln — lässt sich nicht in 90-Tage-Zyklen abbilden. Starship, das wichtigste Technologieprojekt des Unternehmens, wurde über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt, mit Rückschlägen, Explosionen und Iterationen, die an der Börse einen Kurssturz nach dem anderen ausgelöst hätten.

Privat zu bleiben war keine Arroganz. Es war Schutz.

Das änderte sich erst mit dem Aufkommen von Starlink als tatsächlich profitables Geschäftsmodell. Als Starlink im Jahr 2024 zum ersten Mal substantielle Gewinne abwarf und das Abonnentenwachstum anzog, entstand erstmals eine Basis, die eine Börsenstory mit echten Zahlen ermöglichte — und nicht nur Versprechen.

Hinzu kommt: In der Vergangenheit hatte Musk mehrfach angedeutet, dass er Starlink separat an die Börse bringen könnte — also die Satellite-Internet-Sparte als eigenständiges Unternehmen, ohne den riskanten Raketenbereich. Diese Option wurde jahrelang diskutiert und 2024 wieder intensiver. Sie wurde nie realisiert. Stattdessen kam der Gesamtkonzern an die Börse — verstärkt durch die xAI-Integration von 2026.

Die fünf Auslöser, die 2026 zum Entscheidungsjahr machten

Nichts passiert ohne Grund. Der SpaceX-IPO im Juni 2026 ist das Ergebnis von fünf Faktoren, die sich zeitgleich verstärkt haben.

1. Starlinks Wachstum hat einen Inflektionspunkt überschritten

Die Zahlen sprechen für sich. In der zweiten Jahreshälfte 2025 verdoppelte SpaceX seine Starlink-Abonnentenzahl innerhalb von zwölf Monaten: von 5 Millionen Anfang 2025 auf über 10 Millionen bis Februar 2026. Der Umsatz des Connectivity-Segments: 11,4 Milliarden Dollar, 61 Prozent des Gesamtumsatzes. Operativer Gewinn: 4,4 Milliarden Dollar. EBITDA-Marge: 63 Prozent.

Starlink ist damit kein Wachstumsprojekt mehr. Es ist ein ausgereiftes, hochmargiges Infrastrukturgeschäft. Das macht die Börsenstory erst glaubwürdig — weil die Grundlage aus echten Zahlen besteht, nicht aus Hoffnung.

Im Mai 2026 erhöhte SpaceX die Starlink-Preise um bis zu 10 Dollar pro Monat — der erste echte Preisanstieg nach Jahren des Wachstums. Das signalisiert: Die Phase der aggressiven Marktanteilsgewinnung ist abgeschlossen. Jetzt geht es um Monetarisierung der bestehenden Nutzerbasis.

2. Die xAI-Übernahme brauchte frisches Kapital

Im Februar 2026 übernahm SpaceX xAI — Elon Musks KI-Unternehmen inklusive der Plattform X — in einem reinen Aktientausch. Das klingt technisch neutral, hat aber eine dramatische Auswirkung auf die Bilanzen: Das KI-Segment verbrennt Kapital in einem Tempo, das den Starlink-Gewinn übersteigt.

2025 schrieb der Konzern einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar — nach einem Gewinn von 791 Millionen im Jahr 2024. Im ersten Quartal 2026 allein lag der Nettoverlust bei 4,28 Milliarden Dollar. Das kumulative Defizit seit Gründung beläuft sich auf 41,3 Milliarden Dollar.

Ein Börsengang mit einem Erlös von 75 Milliarden Dollar ist die einfachste und günstigste Art, den KI-Investitionshunger zu stillen — ohne Bankschulden aufzunehmen oder Eigentümer zu verwässern.

3. Der IPO-Markt von 2026 ist so stark wie seit Jahren nicht

Die schwachen IPO-Jahre 2023 und 2024, in denen globale Zinserhöhungen und eine risikoscheue Stimmung den Neuemissionsmarkt fast zum Erliegen brachten, sind vorbei. 2026 läuft — gemessen an der Emissionsaktivität im ersten Halbjahr — auf dem Niveau der Rekordjahre 2021 und 2022 zu. Das Fenster ist offen. SpaceX hat es genutzt.

4. Mitarbeiter und frühe Investoren wollten endlich Liquidität

Mit über 22.000 Mitarbeitern und mehr als zwanzig Jahren privater Investorenstruktur hatte SpaceX eine riesige Anzahl von Personen, deren Vermögen auf dem Papier gebunden war. Aktienoptionen, die nicht realisierbar waren. Frühphaseninvestoren, die seit mehr als einem Jahrzehnt warteten.

Ein Börsengang schafft Liquidität — kontrolliert, gestaffelt, aber real. Der S-1-Prospekt sieht elf gestaffelte Lock-up-Perioden vor, von denen die erste bereits wenige Monate nach dem IPO abläuft.

5. Die Nasdaq-100-Regel wurde geändert — genau zur richtigen Zeit

Im Mai 2026 verkürzte Nasdaq die Wartezeit für die Aufnahme von Megacap-IPOs in den Nasdaq-100 von drei Monaten auf nur noch 15 Handelstage. Diese Regeländerung ist kein Zufall: Sie öffnet die Tür zu einem massiven passiven Kapitalzufluss — Bloomberg schätzt das automatisch aktivierte Kaufvolumen durch Indexfonds auf bis zu 600 Milliarden Dollar — bereits Anfang Juli 2026.

Was der S-1-Prospekt wirklich enthüllt: Die ehrlichen Zahlen

Am 20. Mai 2026 wurde das S-1-Dokument öffentlich zugänglich gemacht. Was darin stand, war für erfahrene Anleger erhellend — und für unerfahrene zum Teil überraschend.

Umsatz 2025: 18,674 Milliarden Dollar (+33 Prozent gegenüber 2024) Nettoverlust 2025: 4,94 Milliarden Dollar (nach Gewinn von 791 Millionen in 2024) Starlink-Umsatz 2025: 11,4 Milliarden Dollar (+48 Prozent gegenüber 2024) Starlink-EBITDA-Marge: 63 Prozent KI-Segment operativer Verlust 2025: über 6 Milliarden Dollar Raketengeschäft operativer Verlust 2025: 657 Millionen Dollar Cash-Reserve: 24,8 Milliarden Dollar Kumuliertes Defizit seit Gründung: 41,3 Milliarden Dollar

Ein Detail hat besondere Aufmerksamkeit erregt: SpaceX hält 18.712 Bitcoin in seiner Bilanz, erworben zu einem Durchschnittspreis von rund 35.300 Dollar — zum Zeitpunkt der Prospektveröffentlichung mit einem unrealisierten Gewinn von über 800 Millionen Dollar.

Was der Prospekt auch klar macht: Zum Börsenstart sind lediglich rund vier Prozent der Gesamtaktien frei handelbar. Der Großteil der Anteile liegt bei bestehenden Aktionären und Insidern, die durch gestaffelte Lock-up-Perioden gebunden sind. Diese Knappheit des Free Float erklärt einen Teil der Kursreaktion am ersten Handelstag — und den Grund, warum der Eröffnungskurs von 150 Dollar über dem Ausgabepreis von 135 Dollar lag.

Das Meinungsspektrum: Wer kauft, wer meidet, wer warnt

Selten war das Meinungsbild bei einem Börsendebüt so weit auseinander wie beim SpaceX-IPO. Das ist kein Zufall — es spiegelt die genuine Unsicherheit über ein Unternehmen ohne historische Vergleichsbasis wider.

Goldman Sachs (Lead-Underwriter): Projektion von bis zu 474 Milliarden Dollar Umsatz bis 2030 — davon 322 Milliarden aus dem KI-Bereich. Bullishstes Szenario auf dem Markt, aber auch mit offensichtlichem Interessenkonflikt behaftet. Goldman verdient an einem erfolgreichen IPO.

Morningstar-Analyst Nicolas Owens: Fairer Wert rund 780 Milliarden Dollar — etwa 55 Prozent unter der Börsenbewertung. Owens argumentiert, dass die aktuelle Bewertung ein jährliches Umsatzwachstum von über 40 Prozent über fünf Jahre erfordert, um gerechtfertigt zu sein. Er empfiehlt, auf die Zeit nach den ersten Lock-up-Abläufen zu warten.

ARK Invest (Cathie Wood): Enterprise-Value-Ziel von 2,5 Billionen Dollar bis 2030. Wood sieht die Konvergenz aus Satellitenkommunikation, Raumfahrtinfrastruktur und KI als einmalige Wachstumskombination. Langfristig bullisch.

AkademikerPension (Dänischer Pensionsfonds, 25 Milliarden Dollar verwaltet): SpaceX wurde auf die interne Ausschlussliste gesetzt. Anlagechef Anders Schelde bezeichnet die Bewertung als „grob überbewertet“ — selbst bei einer Bewertung unter einer Billion Dollar würde der Fonds SpaceX meiden. Hauptgrund ist nicht der Preis, sondern die Governance: Musk kontrolliert 85 Prozent der Stimmrechte und fungiert gleichzeitig als CEO, CTO und Verwaltungsratsvorsitzender.

Michael Burry: Vergleich der aktuellen IPO-Welle mit dem Dotcom-Boom der frühen 2000er. Keine direkte SpaceX-Empfehlung, aber ein klares strukturelles Warnsignal.

Diese Spannbreite — von Goldmans 474 Milliarden Dollar Umsatz bis 2030 bis Scheldos „reine Fantasie“ — ist für Anleger kein Zeichen von Confusion, sondern von Ehrlichkeit. Niemand weiß mit Sicherheit, wie dieses Unternehmen in fünf Jahren aussieht. Wer das behauptet, lügt.

Was die „Rotationsthese“ über SpaceX und Tesla aussagt

Es gibt ein Phänomen rund um den SpaceX-IPO, das in Deutschland kaum diskutiert wird, aber relevant ist.

Seit Jahren ist Teslas Bewertung in ungewöhnlichem Maße an Elon Musks Person geknüpft — nicht an Quartalszahlen oder Auslieferungsmengen, sondern an das Vertrauen in den Mann selbst. Am 5. Juni 2025 verlor Tesla in einem einzigen Handelstag 152 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung, nachdem ein öffentlicher Konflikt mit Trump Musks Regierungsaufträge in Frage stellte.

Mit dem SpaceX-IPO haben Musk-Gläubige nun eine direktere Möglichkeit, in Musks Kernunternehmen zu investieren. Die These: Kapital, das bisher in Tesla floss, um an Musks Vision zu partizipieren, könnte nun in SPCX rotieren — dorthin, wo Musk tatsächlich mehr Zeit verbringt und wo die Mission klarer ist.

Ob diese Rotation stattfindet und welche Auswirkungen sie auf beide Aktien hat, ist offen. Aber es erklärt, warum viele institutionelle Anleger, die nicht an Teslas Elektroverfahrzeug-These glauben, dennoch an SpaceX interessiert sind.

Der IPO-Markt 2026: Warum das Timing perfekt war

Timing ist bei Börsengängen alles. Ein Unternehmen, das 2022 oder 2023 an die Börse gegangen wäre, hätte das schwierigste Kapitalmarktumfeld der letzten Dekade angetroffen. Steigende Zinsen, kollabierte Wachstumsbewertungen, rückläufige Risikobereitschaft. Der Unterschied zu heute ist erheblich.

Das erste Halbjahr 2026 läuft bei der Emissionsaktivität auf dem Niveau der Rekordjahre 2021 und 2022. Nur das außergewöhnlich starke erste Halbjahr 2021 mit 548 Emissionen und das erste Halbjahr 2022 mit 223 Emissionen wurden bisher übertroffen. Die Schwächephase nach dem Pandemie-Boom scheint endgültig überwunden. Institutionelle Anleger suchen wieder aktiv nach neuen Wachstumstiteln — und SpaceX ist der mit Abstand prominenteste davon.

Hinzu kommt: SpaceX war für 2025 ebenfalls bereits als möglicher IPO-Kandidat gehandelt worden. Die Entscheidung, ein weiteres Jahr zu warten, war strategisch. Starlink brauchte Zeit, um sein Wachstum zu belegen. Die Preisstrategie — jahrelang auf Abonnentenwachstum ausgerichtet — musste sich zunächst konsolidieren, bevor ein IPO die Monetarisierungsthese glaubwürdig machen konnte.

Dass SpaceX im Mai 2026 die Starlink-Preise um bis zu 10 Dollar pro Monat erhöhte, war kein Zufall. Es war das Signal für den Kapitalmarkt: Wir sind nicht mehr im Wachstumsmodus-um-jeden-Preis. Wir monetarisieren jetzt. Dieses Signal war ein wesentlicher Teil der Vorbereitung auf den Börsengang.

Was SpaceX von anderen Mega-IPOs unterscheidet — und was nicht

Für Anleger lohnt es sich, SpaceX mit früheren hochprofilierten Börsengängen zu vergleichen — nicht um Prognosen abzuleiten, sondern um typische Muster zu verstehen.

Facebook (2012): Ausgabepreis 38 Dollar. Der Kurs fiel in den folgenden Monaten auf unter 18 Dollar — ein Rückgang von mehr als 50 Prozent. Grund: Zu hohes Pricing, fehlende mobile Monetarisierungsstory, erste Lock-up-Abläufe. Wer nach 18 Monaten kaufte, machte in den folgenden Jahren das Vielfache. Facebook-Aktionäre, die am Eröffnungstag kauften, warteten drei Jahre auf einen Gewinn.

Snap (2017): Eröffnete stark, verlor dann 60 Prozent. Nie wieder auf dem Ausgabepreis. Der Unterschied zu SpaceX: Snap hatte keine profitable Kernsparte und kein Monopol in seinem Markt.

Palantir (2020): Direktlisting, nicht klassischer IPO. Startete stark, verlor 70 Prozent, bevor es sich erholte. Hat heute deutlich höhere Kurse als am ersten Handelstag — aber die Route dorthin war eine mehrjährige Achterbahn.

Was SpaceX von allen diesen Unternehmen unterscheidet: Es bringt eine echte, profitable Sparte mit — Starlink — die allein ohne das Rest-Konzern eine Bewertung von mehreren hundert Milliarden rechtfertigen würde. Das ist bei Facebook, Snap oder Palantir am IPO-Tag nicht der Fall gewesen.

Was SpaceX mit ihnen teilt: eine Ausgangsbewertung, die bereits sehr viel Optimismus einpreist. Der Markt zahlt nicht nur für das, was ist — er zahlt für das, was sein könnte. Das ist das definierte Risiko beim Kauf einer hochbewerteten Wachstumsaktie am ersten Handelstag.

Was jetzt passiert: Der Fahrplan für die nächsten 12 Monate

Jetzt — Erster Handelstag (12. Juni 2026)

Ausgabepreis: 135 Dollar. Eröffnungskurs: 150 Dollar. Intraday-Hoch: 176,52 Dollar. Nur vier Prozent der Aktien frei handelbar — was die Knappheit und damit die Preisbewegung erklärt.

Ende Juni / Anfang Juli 2026 — Mögliche Nasdaq-100-Aufnahme

Bei Anwendung der neuen 15-Tage-Regel wäre SpaceX bereits nach dem 27. Juni im Nasdaq-100. Das löst automatische, preisunempfindliche Käufe aus Indexfonds im dreistelligen Milliardenbereich aus. Gleichzeitig dürfte die Aufnahme in den MSCI World folgen — was Millionen deutsche Sparplan-Inhaber betrifft.

August 2026 — Erste Quartalsergebnisse und erster Lock-up-Ablauf

Das erste Quartalsergebnis als börsennotiertes Unternehmen wird ein Schlüsselmoment sein. Anleger sehen erstmals detaillierte Segmentzahlen in Echtzeit — nicht mit einem Jahr Verzögerung. Gleichzeitig öffnet das erste Lock-up-Fenster: Bestimmte Insider dürfen ab dem zweiten Tag nach Veröffentlichung der Q2-Ergebnisse bis zu 20 Prozent ihrer Anteile verkaufen. Das könnte kurzfristigen Verkaufsdruck erzeugen.

Ende 2026 — Der große Lock-up-Ablauf

Die meisten Analysten erwarten für Ende 2026 die bedeutendste Lock-up-Welle. Historisch sind solche Momente bei hochprofilierten IPOs — Facebook 2012, Snap 2017, Palantir 2020 — Phasen erhöhter Volatilität, aber auch möglicher Kaufgelegenheiten für geduldige Anleger.

2027 und darüber hinaus — Starship entscheidet

Wenn Starship bis Ende 2027 erste kommerzielle Missionen absolviert, ändert sich das langfristige Narrativ der Aktie grundlegend. Verzögerungen werden Druck erzeugen. Durchbrüche werden Kursanstiege befeuern. Das ist der Moment, auf den die langfristigen Bullen warten.

Für deutsche Anleger: Was jetzt konkret zu tun ist

Kauf ab sofort möglich: Ticker SPCX, WKN A42D4F, ISIN US84615Q1031. Handelbar über Trade Republic, Scalable Capital, Flatex, comdirect, ING, Interactive Brokers. Xetra und Frankfurt ermöglichen den Handel zeitgleich mit der US-Eröffnung ab 15:30 Uhr.

Wichtig: Immer Limitorder setzen, keine Market-Order. Bei einem IPO dieser Größe können Kursschwankungen von zehn bis zwanzig Prozent innerhalb weniger Minuten auftreten.

Sparplan: Am ersten Handelstag ist SPCX bei keinem deutschen Broker als automatischer Sparplan verfügbar. Wer einen echten Cost-Averaging-Ansatz verfolgen will, kann dies manuell tun — oder auf die Nasdaq-100-Aufnahme warten, dann läuft SpaceX automatisch in bestehende Nasdaq-ETF-Sparpläne ein.

Steuer: Kapitalertragsteuer 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sparerpauschbetrag 1.000 Euro (Einzelpersonen) gilt wie bei allen deutschen Kapitalerträgen.

Strategie: Wer langfristig überzeugt ist und Kapital entbehren kann — eine erste, kleine Tranche jetzt. Den Löwenanteil nach dem ersten Lock-up-Ablauf und nach dem ersten veröffentlichten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen aufbauen. Bis dahin gibt es echte Zahlen statt Prognosen.

Häufige Fragen zum SpaceX IPO 2026

Ist der SpaceX Börsengang wirklich passiert? Ja. SpaceX handelt seit dem 12. Juni 2026 unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar, der Eröffnungskurs bei 150 Dollar.

Warum hat SpaceX so lange gewartet? Elon Musk wollte SpaceX vor kurzfristigem Börsendruck schützen, um langfristige Technologieprojekte wie Starship ungestört entwickeln zu können. Erst als Starlink als stabile, profitable Erlösbasis etabliert war und die xAI-Übernahme frisches Kapital erforderte, wurde der IPO strategisch sinnvoll.

Wie hoch ist die SpaceX Bewertung beim IPO? Rund 1,75 bis 1,77 Billionen US-Dollar — der größte Börsenwert eines Unternehmens am ersten Handelstag in der Geschichte der globalen Kapitalmärkte.

Kann man die SpaceX Aktie in Deutschland kaufen? Ja. Über alle gängigen deutschen Online-Broker, WKN A42D4F oder ISIN US84615Q1031.

Wann kommt SpaceX in den Nasdaq-100? Frühestens Ende Juni 2026, nach der neuen 15-Tage-Regel für Megacap-IPOs. Dann sind SpaceX-Anteile automatisch in allen Nasdaq-100-ETF-Sparplänen enthalten.

Hält SpaceX Bitcoin? Ja — 18.712 BTC laut S-1-Prospekt, mit einem unrealisierten Gewinn von über 800 Millionen Dollar.

Fazit: Das Warten ist vorbei. Die eigentliche Frage beginnt jetzt.

„Kommt der SpaceX-Börsengang endlich?“ war jahrelang die Frage. Seit dem 12. Juni 2026 ist sie beantwortet.

Die neue Frage lautet: Was bedeutet er für mich? Und darauf gibt es keine universelle Antwort — nur individuelle, die von Zeithorizont, Risikobereitschaft und Überzeugung abhängen.

Was feststeht: SpaceX ist ein Unternehmen ohne historischen Vergleich. Es galt 24 Jahre lang als das wertvollste Privatunternehmen der Welt — Anleger konnten nur über undurchsichtige Sekundärmärkte für akkreditierte Investoren einsteigen. Mit dem IPO öffnet sich diese Tür für alle.

Ob man hindurchgeht, ist eine persönliche Entscheidung. Aber es sollte eine informierte sein — nicht eine, die auf dem ersten Kurs oder dem letzten Twitter-Thread basiert. Wer das Warten verfolgt hat, weiß jetzt: Das Unternehmen war nie weg. Es hat nur auf den richtigen Moment gewartet. Ob der heute ist oder in sechs Monaten — das liegt im Urteil des einzelnen Anlegers. Eine Entscheidung zu treffen ist kein Fehler. Eine Entscheidung ohne Grundlage zu treffen, schon.


Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken. Investitionen in Einzelaktien, insbesondere in IPO-Titel, sind mit erheblichen Risiken verbunden. Bitte konsultiere bei Bedarf einen zugelassenen Finanzberater und lies den offiziellen S-1-Börsenprospekt.

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