Der Rückgang im ersten Quartal durchbricht einen langjährigen Wachstumstrend, könnte jedoch letztlich die Dezentralisierung fördern, da börsennotierte US-Mining-Unternehmen ihre Vormachtstellung zu verlieren drohen.
Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist die Bitcoin-Hashrate – die gesamte Rechenleistung, die das Netzwerk sichert – im ersten Quartal gesunken. Aktuell liegt sie seit Jahresbeginn etwa 4 % im Minus und bewegt sich bei rund 1 Zettahash pro Sekunde (ZH/s).
In den vergangenen fünf Jahren ist diese Kennzahl laut Daten von Glassnode von etwa 100 Exahash pro Sekunde (EH/s) um das Zehnfache gestiegen. Jedes Jahr nahm der Wert im ersten Quartal zu und schloss mit einem starken Jahreswachstum von über 10 % ab. Im Jahr 2022 hat sich die Kennzahl nahezu verdoppelt.
Der Wandel im Jahr 2026 spiegelt die sich verändernden wirtschaftlichen Bedingungen im Bitcoin-Mining-Sektor wider. Bei Produktionskosten von rund 90.000 US-Dollar pro Bitcoin und einem Spotpreis von etwa 67.000 US-Dollar sind die Margen negativ. Als Reaktion darauf wechseln viele börsennotierte Miner zu Infrastruktur für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen, wo die Renditen höher und berechenbarer sind.
Dieser Übergang wird durch die Aufnahme von Schulden und den Verkauf von Bitcoin finanziert, wodurch weniger in das Bitcoin-Mining reinvestiert wird. Infolgedessen reagiert das Wachstum der Hashrate stärker auf den Preis der Kryptowährung, wobei schwächere Preise wahrscheinlich weitere Rückgänge auslösen, da kleinere Betreiber aus dem Markt ausscheiden.
Während eine sinkende Hashrate Bedenken hinsichtlich der Netzwerksicherheit aufwerfen kann, könnte die Dezentralisierung wichtiger sein als die absolute Größe. Börsennotierte US-Miner machten über 40 % der globalen Hashrate aus, und eine Verringerung ihres Einflusses könnte zu einem geografisch stärker verteilten Netzwerk führen. In diesem Sinne könnte der aktuelle Wandel letztlich die Dezentralisierung fördern.
